Sozietät
Dr. Oexmann

Pferderecht

Pferdemanagement 2009 Prof. Dr. Freitag

Veröffentlicht von Dr. Oexmann am 2009-05-05

Pferdemanagement 2009 Agrarwirtschaft Soest Prof. Dr. Freitag

Dr. jur. Burkhard Oexmann Rechtsanwalt in Lippetal Lehrbeauftragter der Universität Münster

Pferdekauf: Wirtschaftsfaktor Pferd

•  Eine Million Pferde und Ponys (FN 2006)

•  Ökonomie und Recht

•  300.000 Arbeitsplätze in Deutschland

•  Jährlicher Gesamtumsatz > 5 Mrd. Euro

•  Jährlicher Umsatz bei Pferdekäufen > 500 Mio. Euro

•  Volkswirtschaftliche Bedeutung des Pferdes (analytische Studie 2003 in Österreich): Jährliche Wertschöpfung pro Pferd > 6.000 €; drei bis vier Pferde sichern einen Arbeitsplatz

Pferdekauf: Freizeitfaktor Pferd

•  Freizeitfaktor („panem et circenses“)

•  Identifikationsfiguren („Popstars“) wie Isabell Werth oder Ludger Beerbaum

•  Emotionalität

•  Streitpotential und Rechtsschutz-versicherung

•  Vorwurf arglistiger Täuschung beim Pferdekauf und StA-Ermittlungsverfahren

Pferdekauf: Tierärztliche Kaufuntersuchung

•  Inhalt und Funktion der KU n Rechtsprechung und Literatur

OLG Köln NJW-RR 1995, 113

OLG Düsseldorf ZGS 2004, 271

•  Aufschiebende Bedingung (§ 158 Abs. 1 BGB) bei noch nicht vollzogenem Kaufgeschäft

•  Auflösende Bedingung bei vollzogenem Kaufgeschäft (§ 158 Abs. 2 BGB)

•  Beweislast (BGH NJW 2002, 2862)

Pferdekauf: Sittenwidrigkeit eines

Pferdekaufvertrages

•  BGH vom 18.12.2002 (MDR 2003, 450)

•  Tatbestand des sittenwidrigen Wuchers nach § 138 Abs. 1 BGB

•  Objektiv auffälliges Mißverhältnis der Gegenleistungen (gestörte Äquivalenz)

•  Verhältnis Kaufpreis zum Verkehrswert

•  BGH NJW 2001, 1127 (100-Prozent-Regel)

•  Verwerfliche Gesinnung (subjektives Tatbestandsmerkmal); widerlegbare Vermutung

Pferdekauf: Tiermangelassoziierte

Rechtsnormen

•  § 90a BGB (1990) ? Analogie

•  Art. 20a GG (2002) ? Berufungsrüge

•  § 1, 2 TierSchG ? Nutzungsbeschränkung bei Turnierpferden

•  § 6 Nr. 1 LPO ? Horsemanship

•  Potsdamer Resolution (1991) ? Reiterliche Haltung gegenüber dem Pferd

•  § 476 BGB („Art der Sache oder des Mangels“)

Pferdekauf: Vorbemerkungen zur Sachmängelnorm (§ 434 Abs. 1 BGB)

•  nkongruente Richtlinienumsetzung

•  Art. 2 Abs. 2 EU-Kaufrechtsrichtlinie

•  „Vertragsmäßigkeit“ (Kombinations•  und Kumulationsmodell)

•  „Beschaffenheitsvereinbarung“ (Prioritäts•  und Verdrängungsmodell)

•  Auflösung des dogmatischen Konfliktes

Pferdekauf: Sachmängelbegriff

(Kaskade)

•  Beschaffenheitsvereinbarung

(§ 434 Abs. 1 S. 1 BGB) n Vertragsantizipierte Verwendungseignung

(§ 434 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 BGB)

•  Gewöhnliche Verwendungseignung bei üblicher und erwarteter Beschaffenheit

(§ 434 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 BGB)

•  Oexmann RdL 2007, 85 (Begriff des Sachmangels beim Pferdekauf)

Pferdekauf: Typologie des

Sachmangels

•  Nutzungszweck:

Freizeit-, Turnier-  und Zuchtpferd

•  Sportliche Disziplinen: Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Fahren, Voltigieren, Distanzreiten, Westernreiten

•  Gebrauchsmindernde angeborene oder erworbene Krankheiten

•  Rittigkeit und Gerittensein

•  Verhaltensprobleme

Pferdekauf: Krankheiten

•  Gruppe 1: Defekte der knöchernen Strukturen

•  Iliosakralgelenk, KSS, OCD, Podotrochlose, Periarthritis (Spat), Überbiß, Gleichbeinfraktur, HWS-Veränderungen, cystoide Knochendefekte

•  Beispiele aus der Rechtsprechung seit 2003

Pferdekauf: Krankheiten

•  Gruppe 2: Defekte der weichteiligen Strukturen

•  ERU, angeborene Herzfehler, Insertionsdesmopathien, Kehlkopfpfeifen, gynäkologische Zuchtuntaugleichkeit, Weichteilzysten, Stenosen der Jugularvenen (iatrogene Thrombophlebitis), Tendinitis, inkomplette Kastration, Patellasyndrom

•  Beispiele aus der Rechtsprechung seit 2003

Pferdekauf: Krankheiten

•  Gruppe 3: Allergien (Sommerekzem)

•  Gruppe 4: Epidemische Erkrankungen (Borreliose)

•  Gruppe 5: Verhaltensstereotypen (Weben, Koppen, Scheuen, Steigen)

•  Störung des Lokomotionsverhaltens (Boxenschlagen)

•  Gruppe 6: Mängel reiterlicher Nutzbarkeit (Unrittigkeit, Dressur•  und Springuntauglichkeit)

•  Beispiele aus der Rechtsprechung seit 2003

Pferdekauf: Rittigkeit (Teil I)

•  Zuchtziele für deutsche Warmblutpferde (ZBO der FN, Verbandssatzungen)

•  Rassemerkmal Rittigkeit: Willig an den Hilfen stehen, innere Gelassenheit, aktive Hinterhand, elastisch schwingender Rücken

•  Ergo: Bloße physische Eigenschaft

Pferdekauf: Rittigkeit (Teil II)

•  OLG Oldenburg RdL 2005, 65: Unrittigkeit zwar Sachmangel, aber unvereinbar mit § 476 BGB („Art des Mangels“)

•  LG Göttingen RdL 2006, 14: Rittigkeit = multifaktorielles Produkt mit individueller Wechselwirkung zwischen Reiter und Pferd

•  Ego: „Interdependenz-Theorie“

Pferdekauf: Verhaltensprobleme

•  Im Stall: Koppen, Weben, Boxenlaufen und Boxenschlagen (gestörtes Lokomotions-verhalten)

•  Im Umgang mit dem Menschen: Probleme beim Verladen, beim Hufschmied; Aggressivität, Beißen und Schlagen

•  Bei der Nutzung durch den Menschen: Zungenstrecken, Headshaking, Kleben, Scheuen (Phobien), Steigen, Bocken und Sattelzwang

Pferdekauf: Anatomische Formvarianz versus pathologische Normabweichung

•  Röntgenleitfaden BTÄK 2002

•  Ziel und Funktion

•  Vier Klassen

•  BGH vom 07.02.2007 (VIII ZR 266/06)

•  Abgrenzung zur TA-Haftung nach § 280 Abs. 1 S. 1 BGB wegen Pflichtverletzung bei Pferde-KU

Pferdekauf: Nacherfüllung nach § 439 Abs. 1 BGB

•  Priorität gegenüber Minderung und Rücktritt

•  Wortlaut: Mängelbeseitigung – Nachlieferung

•  Kein Gattungs-, sondern Stückkauf (nach speziellen Merkmalen individualisiertes Pferd)

•  Bei Pferd: Keine Ersatzlieferung (Ausnahme Voltigierpferd; emotionale Beziehung Mensch/Tier)

•  Mängelbeseitigung = vollständige folgenlose Behebbarkeit (O-Bein-Dackel)

Pferdekauf: Dackelfall des BGH

•  BGH vom 22.06.2005 (NJW 2005, 2852)

•  Rauhhaardackel mit genetisch bedingter Fehlstellung der Sprunggelenke (O-Beinigkeit)

•  Korrekturosteotomie mit Osteosynthese

•  Keine Mangelbeseitigung (§ 439 Abs. 1 Var. 1 BGB), da osteosynthetischer Knochenumbau mit halbjährlichen Tierarztkontrollen

•  Keine Ersatzlieferung (§ 439 Abs. 1 Var. 2 BGB), da fünfmonatige Bindung an Dackel als Familientier

Pferdekauf: Minderung nach § 441 BGB

•  Wahlrecht des Käufers

•  §§ 441 Abs. 3 S. 2 BGB, 287 ZPO analog

•  Mangeltabelle von Schüle et al.

•  Beispiele: angeborene Kieferanomalien ? 5 bis 50 %; Exostose am Röhrbein ? 5 bis 50 %; Stenose der V. jugularis ? 10 bis 100 %

•  Schneider, Taxation bei Sportpferden

Pferdekauf: Verbrauchsgüterkauf nach §§ 474 ff. BGB (Teil I)

•  Unternehmerbegriff nach §§ 14, 476 BGB

•  BGH-Urteil vom 29.03.2006 (NJW 2006, 2250: Bei Abschluß eines Rechtsgeschäfts in Ausübung gewerblicher oder selbständiger beruflicher Tätigkeit; gewerbliche Tätigkeit setzt selbständiges und planmäßiges auf eine gewisse Dauer angelegtes Anbieten entgeltlicher Leistungen am Markt voraus)

•  Verbraucherbegriff (§§ 13, 474 Abs. 1 BGB)

Pferdekauf: Verbrauchsgüterkauf nach §§ 474 ff. BGB (Teil II)

•  Darlegungs•  und Beweislasten

•  Für Verbraucherstellung: Käufer

•  Für Unternehmerstellung: Käufer

•  Aktuell BGH vom 11.07.2007 (VIII ZR 110/06)

•  Internetauftritt, Verkaufsanzeigen im Internet oder in Pferdezeitungen

•  Primat des Gemeinschaftsrechts (keine Anknüpfung an den traditionellen Gewerbebegriff des deutschen Handelsrechts)

Pferdekauf: Auktionskauf

•  § 474 Abs. 1 S. 2 BGB (gebrauchte Sache und öffentliche Versteigerung)

•  § 383 Abs. 3 BGB (Begriff der öffentlichen Versteigerung)

•  § 6 Abs. 1 VersteigerungsVO

•  § 34b Abs. 5 GewO

•  BGH vom 15.11.2006 (NJW 2007, 674: Fohlenauktion)

•  Fohlen im Alter von sechs Monaten sind nicht „gebraucht“

Pferdekauf: Formularverträge

•  Verkäufer = Verbraucher (Muster anbei)

•  Verkäufer = Unternehmer (Muster anbei)

•  Cave Umgehungsgeschäfte!

•  BGH NJW 2007, 759

•  Kritisch Bruns NJW 2007, 761

Pferdekauf: Beweisvermutung nach § 476 BGB (Teil I)

•  Bei Pferden eine komplexe und komplizierte Norm („Renaissance des Pferderechts“)

•  Grundsatz (BGH NJW 2006, 2250)

•  Ausnahmen: „Art der Sache“ und „Art des Mangels“

•  Inkubationszeit

•  Genetische Prädisposition (Sommerekzem-Fall)

Pferdekauf: Beweisvermutung nach

§ 476 BGB (Teil II)

•  Beweislasten

•  Käufer: Manifestation des Mangels innerhalb von sechs Monaten ab Gefahrübergang

•  Verkäufer: Unvereinbarkeit

•  Kasuistik aus der Rechtsprechung zur Unanwendbarkeit des § 476 BGB: Koppen, Weben, Tendinitis, Borreliose, Gastropathie, Unrittigkeit

Pferdekauf: Prozeßfragen

•  Sechs-Monats-Regel des § 476 BGB

•  Selbständiges Beweisverfahren nach §§ 485 ff. ZPO

•  Substantiierungslast des Käufers (SymptomRechtsprechung zum Baurecht)

•  Streitverkündung (§§ 68 ff. ZPO)

•  Verkäufer und Tierarzt: Gesamtschuldner (OLG Hamm vom 26.01.2005; 12 U 121/04; uv.)

Sportpferderecht

•  Kaufrecht (Gewährleistung) n Halterhaftung (§ 833 BGB) n Tierarzthaftung n Leistungsprüfungsordnung n Pferdedoping

1. Kaufrecht (Gewährleistung)

Beschaffenheit (§ 434 Abs. 1 BGB)

•  Eignung für Reitsportdisziplinen (Dressur, Springen, Fahren, Military)

•  Eignung für Leistungsklassen (Klassen E, A, L, M, S)

•  Gesundheitliche (anatomische und physiologische) Einschränkungen (COB, OCD, Spat)

Divergenz zwischen Soll-  und Ist-Beschaffenheit

•  Tierärztliche Kaufuntersuchung (klinisch und röntgenologisch) als kaufrechtliche Prophylaxe

•  Sachmängel des Pferdes analog § 90a S. 3 BGB

•  Röntgenleitfaden 2007 der Bundestierärztekammer

•  Röntgenologische Normabweichung ohne klinische Relevanz (BGH NJW 2007, 1351)

Nacherfüllung (§ 439 Abs. 1 BGB)

•  Prioritär gegenüber Minderungs-  und Rücktrittsrecht

•  Aber: Stück-  statt Gattungskauf

•  Emotionale Beziehung Besitzer-Pferd

•  Keine Nacherfüllung, wenn restitutio ad integrum unmöglich und/oder Folgekosten durch tierärztliche Metabehandlung nicht ausgeschlossen

•  Oexmann Recht der Landwirtschaft 2008, 113

Verbrauchsgüterkauf nach §§ 474 ff. BGB:

•  Unternehmerbegriff (§ 14 BGB): Person, die bei Abschluß eines Rechtsgeschäfts in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit handelt

•  BGH NJW 2006, 2250: Systematisches Auftreten am Markt, Anlegung auf Dauer, unternehmerische Organisation, Gewinnerzielungs-absicht nicht erforderlich

OLG Zweibrücken vom 30.04.2009 (4 U 103/08):

•  Ponykauf; Beschreibung als „geritten“, „bereits im Sport mit Erfolg verwendet“ und „Springen der Klassen A + L“

•  Emotionale Beziehung zwischen Käufer und Pony ungeklärt

•  Rücktrittsklage unbegründet, da Käufer sofort den Rücktritt erklärt hat, ohne vorher dem Verkäufer eine Frist zur Nacherfüllung zu setzen

2. Halterhaftung (§ 833 BGB)

Urteil des BGH vom 17.03.2009 (VI ZR 166/08)

•  Verletzung eines Tierarztes durch Pferdetritt

•  Rektales Fiebermessen

•  Kein Ausschluß der Tierhalterhaftung wegen „Handeln auf eigene Gefahr“

•  Aber: Fallbezogene Prüfung auf mitursächliches Fehlverhalten des Tierarztes mit der Folge der Anspruchsminderung (§ 254 BGB)

Beschluß des OLG Frankfurt vom 25.02.2009

(4 U 210/08):

•  Reiterbeteiligung (Abgrenzung der Tierhalter-von der Tierhüterhaftung)

•  Art des Einflusses auf das Pferd

•  Minderjährigkeit des Reitbeteiligten im Sinne des § 254 Abs. 1 BGB (Alter, Reiterfahrung)

Urteil des LG Münster vom 01.06.2007

(16 O 558/06):

•  Tierhalterhaftung des Vereins bei Schädigung eines Vorstandsmitglieds

•  Keine Haftungsfreistellung durch „Handeln auf eigene Gefahr“

•  Kein Haftungsausschluß analog § 31 BGB, da Organ keinen Einfluß auf die spezifische Tiergefahr

Urteil des LG Erfurt vom 23.02.2007 (3 O 1529/06)

•  Reitunfall bei Ausritt ohne Reithelm

•  Sorgfaltspflicht des Reitstallbetreibers

•  Nur Hinweis-, keine Kontrollpflicht wegen des Schutzes durch Reitkappen

Urteil des OLG Hamm vom 25.04.2006 (9 U 7/05)

•  Entweichen eines Pferdes aus vermieteter Box eines Landwirts

•  Nächtlicher Zusammenstoß mit Pkw bei einer Geschwindigkeit von 65 km/h (Verstoß gegen das Sichtfahrgebot)

•  Schadensquotierung nach Haftungsanteilen (haftungsrechtliche Kollision zwischen § 833 S. 1 BGB und § 7 Abs. 1 StVG)

Urteil des OLG Koblenz vom 16.03.2006

(5 U 1708/05)

•  Reitunfall in der ersten Reitstunde

•  Reitanfänger ohne Reiterfahrung und ohne körperliche Balance

•  Hohe Sorgfaltspflichten des Reitlehrers (Longenleine, kein Galopp)

•  OLG Koblenz: Zusätzlicher Hinweis auf § 276 Abs. 2 BGB (systemwidrig?)

3. Tierarzthaftung

Vertragliche Tierarzthaftung (§ 280 Abs. 1 S. 1

BGB i.V.m. § 276 Abs. 2 BGB)

•  Aufklärung

•  Dokumentation

•  Kaufuntersuchung

•  Röntgenleitfaden 2007

•  Drittbezogenheit

•  Zug-um-Zug-Verurteilung

Aufklärungspflichten des Tierarztes

•  Tierschützerische Motivation

•  Wirtschaftliches Integritätsinteresse des Pferdebesitzers

•  Klare Abgrenzung zur Aufklärungsobliegenheit des Humanmediziners

Dokumentation

•  Zweck der Dokumentation: Ausschließlich Therapiekontinuität, kein forensisches Abwehrinstrumentarium

•  Rechtsgrundlage: Berufsordnung der jeweiligen Landestierärztekammer

•  Herausgabeanspruch des Auftraggebers, jedenfalls Einsichtsrecht (Sonderfall Röntgen-verordnung)

3. Tierarzthaftung

Tierärztliche Kaufuntersuchung

•  Werkvertrag (§§ 631 ff. BGB)

•  Umfang: Klinisch und röntgenologisch

•  Klinischer Teil umfaßt Adspektion, Palpation und Auskultation

•  Röntgenologischer Teil umfaßt die radiologische Darstellung einzelner Gelenke und Wirbelkörper (knöcherne Körperteile)

Röntgenleitfaden 2007

•  Herausgegeben von der Bundestierärztekammer unter Mitwirkung namhafter deutscher Pferdeveterinäre

•  Standardisierte röntgenologische Untersuchung mit Angabe der Projektionsebene(n)

•  Interpretationshilfen für auffällige röntgenologi-sche Befunde und Einstufung in die Klassen I bis IV

Drittbezogenheit

•  Bis 2001: Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter

•  Ab 2002: §§ 241a Abs. 2, 311 Abs. 3 BGB

•  Höchstrichterlich ungeklärt, ob der Tierarzt für Fehler der KU auch dem Pferdeverkäufer haftet, wenn der Pferdekäufer die Untersuchung in Auftrag gegeben hat

Zug-um-Zug-Verurteilung

•  OLG Hamm NJW-RR 1996, 736

•  Haftet der Tierarzt wegen fehlerhafter Pferde-kaufuntersuchung, erhält er Zug um Zug gegen Zahlung des Schadensersatzes das untersuchte Pferd

•  Allgemeiner Grundsatz der Vorteilsausgleichung (Übereignung des Pferdes gegen Erstattung des frustranen Kaufpreises)

4. Leistungsprüfungsordnung

LPO (Ausgabe 2008/09)

•  Regelwerk für den deutschen Turniersport

•  Erlassen vom Beirat Sport der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN)

•  § 1 Nr. 1: LPO dient der Durchführung von Leistungsprüfungen zur Förderung des Reitsports. Leistungsprüfungen sind Leistungsvergleiche von Pferden und/oder Reitern

Das Ein-Prinzip im Sportverbandswesen:

•  Pro Sportart jeweils nur ein Bundesverband

•  Monolitisches oder monistisches Prinzip

•  Verfassungsrechtlich bedenklich

•  Aber sportpolitisch praktisch (Gesichtspunkt der Sportförderung durch Subventionen)

4. Leistungsprüfungsordnung

Anknüpfungstatsachen für die Ahndung sportlichen Fehlverhaltens im Reitsport:

•  Stehenbleiben vor einem Hindernis als Ungehorsam nach § 514 LPO

•  Widersetzlichkeit im Parcour durch Entziehen der Vorwärtsbewegung als Ungehorsam im Sinne von § 514 LPO

4. Leistungsprüfungsordnung

Rechtsordnung der FN (§§ 900 ff. LPO)

•  Schiedsgerichte der Landeskommissionen

•  Großes Schiedsgericht der FN

•  Entscheidungskompetenz für Einsprüche nach §§ 910 ff. LPO und Ordnungsmaßnahmen nach §§ 920 ff. LPO

•  Ordentliche Gerichte dürfen nicht angerufen werden (verbandsrechtlicher Ausschluß der staatshoheitlichen Jurisdiktion)

4. Leistungsprüfungsordnung

Urteil des BGH vom 28.11.1994 (NJW 1995, 583)

•  Gegenstand: LPO der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN)

•  Disziplinargewalt der FN

•  Inhaltskontrolle sportlicher Regelwerke

•  Art und Umfang zivilrechtlicher Kontrolle verbandsrechtlicher Sanktionen

5. Pferdedoping

Definition des Doping beim Pferd:

•  Pharmakologische und mechanische Beeinflussung des körperlichen Wohlbefindens und der physischen Leistungsfähigkeit des Tieres im sportlichen Wettbewerb

•  Beispiele: Medikamente im Sinne des Arzneimittelgesetzes, Barren mittels Touchierstange, Beinschoner mit scharfkantigen Metallteilen auf der Innenseite

Stichwort: Schimmelwallach „Cöster“ des deutschen Olympiareiters Christian Ahlmann

•  Hongkong Olympiade 2008

•  Wirkstoff „Capsaicin“, gewonnen aus der Chilischote

•  Erlaubte Medikation oder wettbewerbswidriges Doping (§ 67a LPO)?